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Die Länge der Elternzeit als Zünglein an der Waage?

Das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB) hat in einer neuen Studie herausgefunden, dass sich eine kurze Babypause für Frauen bei der Jobsuche negativ auswirkt. Die verantwortliche Soziologin Lena Hipp hatte hierfür über 700 fiktive Bewerbungen verschickt, die sich im Lebenslauf nur bei der Elternzeit unterschieden. Demnach würden Frauen, die länger in Elternzeit gehen, als intelligenter, führungskompetenter, weniger intrigant und einschüchternd wahrgenommen und könnten besser zuhören. Bewerberinnen mit kurzer Babypause hätten folglich deutlich weniger positiven Rücklauf als Frauen, die zwölf Monate ausgesetzt hatten. Interessant ist darüber hinaus der geschlechtsspezifische Unterschied, denn bei Männern habe die Elternzeit-Dauer keinen Einfluss auf ihren Erfolg im Bewerbungsverfahren, so die Studie.

Wenn Unternehmen eine solche Personalauswahl treffen, wie Hipp konstatiert, schaden sie sich dadurch nicht selbst? Eine frühere Rückkehr in das Arbeitsleben muss unserer Meinung nach kein negatives Anzeichen für Egoismus sein. Vielmehr spiegeln sich hier Veränderungen unserer Gesellschaft wieder. Die Rollenmuster von Männern und Frauen sind in den vergangenen Jahrzehnten aufgebrochen. Der klassische Familienernährer und die Hausfrau, die ihre eigenen Karrierechancen für die Familie aufgibt, entsprechen heute immer weniger dem Rollenbild der jüngeren Arbeitnehmergeneration.

Dabei können Job und  Zeit für die Kinder durchaus vereinbar sein. Wenn zum Beispiel Arbeitszeiten nach einer kurzen Babypause flexibel gestaltbar sind und sich an den familiären Bedürfnissen orientieren, müssen Arbeit und Leben nicht zwangsläufig miteinander konkurrieren. Ganzheitlich betrachtet dürfte eine kurze Elternzeit dann eher als Management-Fähigkeit und als Ausdruck von Souveränität begriffen werden.

Perspektivisch ist es sinnvoll, dass sich Frauen genau überlegen, wie sie die Elternzeit im Lebenslauf positionieren. In jedem Fall sollten die Gründe für Ihre Entscheidung, selbstbewusst vortragen, zeigen,  dass sie durchdacht handeln und bereit sind, Arbeit souverän wahrzunehmen.

Quelle: KarriereSPIEGEL: Mütter, die kurze Elternzeit nehmen, werden im Job benachteiligt 

Bewerbungs-Anschreiben – Sinn oder Unsinn in Zeiten von Recruiting 4.0?

In verlässlicher Regelmäßigkeit ist zu lesen, dass das Anschreiben bei Bewerbungen keine Rolle mehr spielen würde. Zuletzt war es die Deutsche Bahn, die diesbezüglich Aufsehen erregte, weil sie von den angehenden Azubis nur noch den Lebenslauf und Zeugnisse anforderte, jedoch kein Anschreiben mehr. Ergibt das Sinn?

Wer Verantwortung für die Personalauswahl trägt, ist zunächst an den Hard Facts interessiert, die die BewerberInnen mitbringen. Das sind neben einschlägigen Praxiserfahrungen Firmenreferenzen, Beschäftigungszeiträume und der nötige inhaltliche Background. Diese Informationen entscheiden maßgeblich über das Matching mit dem Stellenprofil und können dem Lebenslauf entnommen werden. Zeugnisse geben darüber hinaus Auskunft zum Arbeitsverhalten, zur Teamfähigkeit oder auch zur Kreativität und Einsatzbereitschaft.

Das klingt im ersten Moment nach einem Abgesang auf das Anschreiben, aber dem ist mitnichten so. Ihm können nämlich wichtige Aspekte entnommen werden, die den Ausschlag für die Einladung zum Vorstellungsgespräch oder einem Assessmentcenter geben können. Hier glaubhaft und mit eigenen Worten die Motivation für die vakante Stelle und das Unternehmen zu verdeutlichen, kann entscheidend für die nächsten Schritte sein und im Vergleich mit anderen BewerberInnen den Unterschied machen.

Zu berücksichtigen ist dabei, ob in der Ausschreibung ein Anschreiben verlangt wird (z.B. wenn es „vollständige Bewerbungsunterlagen“ heißt) und um welche Vakanz es sich handelt. Bei einem Ausbildungsplatz, der vergleichsweise wenig Berufserfahrung verlangt, können die Schulzeugnisse mehr über die fachliche Eignung aussagen als ein Anschreiben, das schlechterdings aus dem Internet kopiert wurde.

Demgegenüber ist die eigene Darstellung der Motivationslage, der Anreizfaktoren für einen Wechsel und das eigene Resümee der beruflichen Erfolge bereichernd für eine ganzheitliche Einschätzung einer Bewerbung, vor allem dann wenn Verantwortung für Budget und Personal mit der Position verbunden ist. Gerade solche BewerberInnen, die erfahren im Arbeitsmarkt sind, wissen, was ihnen im beruflichen Kontext wichtig ist, und sollten daher sehr valide den Grund ihres Wechselinteresses bzw. den beruflichen Neuanfang dem Adressaten vermitteln können. Da wäre es für alle Seiten frustrierend, wenn sich nach wenigen Wochen zeigt, dass Unternehmen und neue Mitarbeitende nicht zueinander passen. Genau hierfür könnte ein Anschreiben der erste Anhaltspunkt sein

Recruiting im Wandel der Zeiten?!

Mit dem Aufkommen neuer IK-Technologien und der Nutzung des Internets seit den 90er Jahren wurde die betriebliche Beschaffung von Mitarbeitern revolutioniert. Allerdings dienten die neuen vornehmlich zur Unterstützung der bisherigen Beschaffungs- und Auswahlmethoden. So wurden Vakanzen z.B. nicht mehr nur in Printmedien, sondern auch im Internet publiziert, was durchaus eine Beschleunigung der Beschaffungs- und Auswahlprozesse zur Folge hatte.
Mit dem Aufkommen neuer Berufsbilder veränderten sich in der Folge auch die fachlichen Anforderungen an die Humanressource, so dass sich Personalverantwortliche seitdem kontinuierlich und proaktiv auch mit neuen Schlüsselkompetenzen im Recruiting von Führungs- und Fachkräften befassen.

Unter dem Schlagwort Recruiting 4.0 wird die Personalbeschaffung in ihrer modernsten Form verstanden. Durch den Einsatz digitaler Technologien und durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz-Diagnostik wird die Personalgewinnung, -auswahl und -beurteilung neben den bekannten herkömmlichen Verfahren nun auf ein neues Level gehoben. Im softwaregestützten Recruiting stehen elektronische Rekrutierungskanäle wie Online-Jobbörsen, Social Media und Mobile Recruiting im Vordergrund.
Big DataTools und der Einsatz von elektronischen Bewerbermanagementsystemen sollen darin unterstützen eine schnelle und effiziente Verbindung zu potenziellen Kandidaten herzustellen. Durch den Einsatz von Algorithmen, durch das sog. Robot Recruiting, werden zunehmend bisherige Aufgaben von Recruitern obsolet.
Matching Algorithmen sollen die Identifikation und Auswahl von Kandidaten erheblich vereinfachen und damit letztlich Zeit und Kosten sparen. Werden digitale Technologien im Selektionsprozesses eingesetzt, können diese durchaus die Treffergenauigkeit im ersten Screening und Matching erhöhen und zu einer Effizienzsteigerung im Recruiting beitragen. Sie unterstützen und standardisieren im Prozess und werden damit auch das Berufsbild des Recruiters zukünftig deutlich verändern.

Mehr dazu auf: https://onlinemarketing.de/jobs/artikel/recruiting-kuenstliche-intelligenz-bewerbungsverfahren – zuletzt besucht am 17.08.2018

Wer sucht sich hier wen aus?

In Zeiten der Personalknappheit können sich Bewerber häufig ihren zukünftigen Arbeitgeber selbst aussuchen. Dabei werden durchaus Kleinigkeiten für eine Zu- oder Absage an das neue Unternehmen entscheidungsrelevant. Wie schnell diese Entscheidung dann aber getroffen wird – überrascht! Laut einer neuen Arbeitsmarktstudie entscheiden sich 2/3 der Jobsuchenden in Deutschland bereits nach fünf Minuten eines Bewerbungsgesprächs für oder gegen das neue Unternehmen. 

Dies macht deutlich, wie wichtig Employer Branding ist. 

 

Betriebe gelangen zusehends in die Pflicht sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und sich dem potentiellen Kandidaten „schmackhaft“ zu machen. Allerdings mit der gebotenen Offenheit und Transparenz.

Werden dem Bewerber eine Unternehmenskultur oder Aufgaben vorgestellt, die dann im Berufsalltag „abweichend“ erlebt werden, könnten sich laut Studie 9 von 10 Arbeitnehmern vorstellen, das Unternehmen noch im ersten Monat wieder zu verlassen.

Als sinnvolle Abhilfe dienen hier zum Beispiel Probearbeitstage, denn schon wenige Stunden gemeinsames Arbeiten können für beiderseitige Klarheit sorgen.

 

Mehr dazu finden Sie unter: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/wie-schnell-bewerber-ueber-interesse-am-arbeitgeber-entscheiden-15726307.html?utm_source=www.humanresourcesmanager.de_newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=20180810-ps-hrm-11329&utm_content=3206667 – zuletzt besucht am 10.8.2018

Im Gespräch mit dem Magazin managerSeminare

Zum 20-mal fand Mitte Juni der deutsche Personalberatertag, die Jahrestagung der Personalberatungsbranche, traditionell auf dem Bonner Petersberg statt. Anlässlich eines solchen Jubiläums blickt unsere geschäftsführende Gesellschafterin Frau Dr. Ruppert zusammen mit dem Magazin managerSeminare auf die vergangenen zwei Jahrzehnte der Personalberatungsbranche zurück und gibt einen kleinen Ausblick auf die Zukunft.

Den ganze Interview in der Juliausgabe des Magazins managerSeminare finden Sie hier

 

Warum eine Personalberatung den beruflichen Wechsel erleichtert

Viele Beschäftigte scheuen eine berufliche Veränderung aus einer gewissen Ungewissheit heraus. Die Angst, anstatt eines Fortschrittes einen Rückschritt zu machen, den Ansprüchen des Vorgesetzten nicht zu genügen und eigenverantwortliches Handeln sowie innovative Ideen vom neuen Arbeitgeber versagt zu bekommen, hält viele Arbeitnehmer in ihrer alten Stelle.

So diskutiert auch ZeitOnline in dem Onlineartikel „Ich bleib dann mal da“ die Gründe für die geringe Wechselbereitschaft der Arbeitnehmer.

Doch manchmal lohnt sich der Sprung ins kalte Wasser, um die eigene berufliche und persönliche Entwicklung voranzutreiben. Insbesondere dann, wenn dem Arbeitnehmer im Prozess der Positionsfindung eine Personalberatung Schritt für Schritt zur Seite steht.

Denn eine Personalberatung

  • verpflichtet sich der Seite des Kandidaten und der des Mandanten
  • bietet Kandidaten Transparenz über den Mandanten
  • steht dem Kandidaten auch nach Vertragsschluss als Ansprechpartner zur Seite.

Quelle: Nina Piatscheck, in: ZeitOnline. „Ich bleib dann mal da“, URL: http://www.zeit.de/2016/40/jobwechsel-arbeitnehmer-deutschland-frustration (2016), S.1-3.

Weitere Informationen finden Sie hier.