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Chief Transformation Officer – notwendig oder doch nur Modeerscheinung?

Im vergangenen Jahr hat die Anzahl von Neubesetzungen einer bestimmten Führungsfunktion einen exorbitanten Anstieg erfahren: der Chief Transformation Officer (CTO).

Doch was ist der Chief Transformation Officer?

Das Aufgabengebiet des CTO, nicht zu verwechseln mit dem Chief Technology Officer, ist die digitale Transformation voranzutreiben und organisatorische Veränderungen zu nutzen, um neues Wachstum zu fördern. Grundsätzliches Ziel dabei ist eine Verbesserung der Geschäftsinfrastruktur sowie des Kundenerlebnisses.

Große und mittelständische Unternehmen stehen derzeit vor zwei Herausforderungen in einem disruptiven Wettbewerb: zum einen sind sie mit Kostenstrukturen und Wertschöpfungsketten aus einer früheren Zeit konfrontiert, die einen effizienten Wettbewerb verhindern. Die zweite Herausforderung ergibt sich aus den organisatorischen Verflechtungen eines Unternehmens, deren unbeabsichtigten Folgen oft der Fluch von Transformationsprogrammen sind.

Wie wir bereits Ende September berichteten (https://www.selaestus.de/2019/09/20/managementzahl-der-woche-6/), glauben heute 88 Prozent der Führungskräfte, dass digitale Störungen erhebliche oder transformative Auswirkungen auf ihre Branchen haben (verglichen mit nur 27 Prozent im Jahr 2015).

Hier kann der CTO als Synergieträger eine entscheidende Rolle spielen. Dazu zählt aber auch, Mitarbeitende zu begeistern und selbst als Vorbild für Veränderungsbereitschaft Pate zu stehen.

Aber gibt es nicht bereits C-Level Positionen, die die Digitalisierung vorantreiben und umsetzen sollen? In Konkurrenz zur Bezeichnung „Chief Transformation Officer“ steht der Chief Digital Officer (CDO). Weitere vergleichbare C-Level Positionen sind der Chief Technology Officer (CTO), der Chief Information Officer (CIO) oder der Chief Data Officer (CDO). Dabei überschneiden sich die Aufgaben und Kompetenzen dieser CxO Positionen. Während bspw. der Fokus von Positionen wie dem CIO besonders auf die IT ausgerichtet ist, soll der Chief Digital Officer auch in neue und bestehende Geschäftsmodelle eingreifen und diese digitaler gestalten.

Der Chief Transformation Officer ist hier also in erster Linie eine neuere, komplementäre Variante von C-Level Positionen. Der CTO soll die Transformation jedes Geschäftsprozesses überwachen, einschließlich der Frage, wie verkauft, vermarktet, kommuniziert, zusammengearbeitet und erneuert wird. Das bedeutet, dass sich die Rolle des CTO auf die Anwendung von Technologie zur Beschleunigung der Geschäftsstrategie fokussiert und damit Prozesse anstoßen soll, die großen Einfluss auf die Planung in der Führungsebene haben.

Die Relevanz moderner Anwendungsbereiche wie „X“aaS und IoT wird zukünftig auch weiter steigen. Daher ist es zwingend notwendig, dass die Transformation veralteter Strukturen auf C-Level-Ebene überwacht und forciert wird. Ob die Position nun aber „CDO“ oder „CTO“ genannt wird, ist irrelevant. Relevanter als die Bezeichnung ist die Umsetzung – und damit die Besetzung des Postens mit der passenden, qualifizierten Führungskraft.