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Google Jobs!

Google ist eines der fünf größten Unternehmen weltweit und eines der wenigen, die der Ursprung eigener Wortkreationen sind. Wenn ein solcher Gigant eine neue Dienstleistung ins Sortiment nimmt, ist es ratsam, sich damit auseinanderzusetzen. In einigen Ländern operiert „Google Jobs“ bereits. Dort zeigt sich bereits der maßgebliche Einfluss, den die „Google Job Search Experience“ auf Kandidaten und Unternehmen nimmt. In Deutschland startete die Dienstleistung seit Mai dieses Jahres. Wie sieht es aber um die Vorbereitung der deutschen Unternehmen hierauf aus?

Tatsächlich haben nur 40 % der Top-1000-Unternehmen und nur 15,8 % der Kandidaten Anfang des Jahres angegeben, bereits Kenntnis von der „Google Job Search Experience“ genommen zu haben, so eine Studie der Universität Bamberg. Tatsächlich gingen aber gleichzeitig zwei von zehn Top-1000-Unternehmen, also die Hälfte der oben genannten, davon aus, dass Google einen sehr starken Einfluss auf die Personalgewinnung des Unternehmens haben wird. 30,8% gaben an, auf die Einführung in Deutschland vorbereitet zu sein. Neben Chancen wie die schnellere, einfachere und kosteneffizientere Besetzung von Stellen, stehen Risiken wie ein geringerer Wettbewerb unter den Jobportalen oder neue Kosten, die für eine gute Platzierung von Stellenanzeigen entstehen können. Entsprechend haben Mitte August 23 europäische Stellenbörsen in einem Brief an die EU-Wettbewerbskommissarin Margerethe Vestager Beschwerde eingelegt, Google würde mit Google Jobs seine Marktmacht ausnutzen. Erinnerungen an die Debatte um Google Shopping werden wach. 2017 wurde Google wegen Missbrauchs seiner Marktmacht zu einer Höhe von 2,4 Milliarden Euro verurteilt. Auf der Seite von Searchmetrics wird analysiert, welche Stellenbörsen am häufigsten im sichtbaren Bereich von Google Jobs auftauchen. Xing taucht dabei mit 21 % mit Abstand am häufigsten auf. Zu den weiteren Gewinnern der Google Jobs-Einführung zählt LinkedIn. Die größten Verlierer sind bisher die Stellenbörsen indeed.com und stepstone.de, die trotz hohen organischen Marktanteiles nicht bei Google Jobs präsent sind, weshalb sie schon jetzt viel Traffic verloren haben.

Es wird spannend bleiben, wie die EU auf die Beschwerde der 23 Stellenbörsen reagieren wird.