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Digitale Welt ohne Frauen?

Ist die Welt des Programmierens und der Softwareentwicklung immer noch eine Männerdomäne? Leider JA, so auch die jüngste Beurteilung der Branche durch die IT-Leiterin von Goldman Sachs, Joanne Hannaford. Frauen sind in der Digitalisierung immer noch unterrepräsentiert, bedauerlich, da Algorithmen und deren vielfältige Anwendungsmöglichkeiten einen immer höheren Stellenwert in der Industrie einnehmen.

Dieses Defizit sei nicht etwa auf die Komplexität der Aufgabe, sondern viel mehr auf das soziale Umfeld der Arbeit zurückzuführen. Denn für junge Hochschulabsolventinnen spielen die Arbeitsatmosphäre und die Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle, ist Hannaford überzeugt. Diese Erkenntnis aber scheint sich bei vielen Unternehmen noch nicht durchgesetzt zu haben. So nahm die Zahl der jungen Frauen in Europa, die sich für MINT-Fächer entscheiden, in den vergangen fünf Jahren sogar ab.

Hannaford berichtet über erste Lösungsansätze in den USA, bei welchen besonders in der schulischen Ausbildung IT-Kompetenzen geschlechterübergreifend in den Fokus gestellt werden. Aufgrund der dort positiv gemachten Erfahrungen fördert die IT-Leiterin zwei Pilotprojekte in Europa, wo man die Digitalisierung zu verschlafen scheint. Besonderen Augenmerk richtet sie dabei auf die Herausbildung einer Digitalisierungsaffinität, die man auf verschiedenen Bildungsebenen fördern sollte. Sie plädiert dafür die Förderung von IT-Kenntnissen in Schulen (Grundschulen) und Hochschulen zu intensivieren.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/joanne-hannaford-it-chefin-fuer-europa-von-goldman-sachs-im-interview-15531278.html